DRC - Conserv Congo

Demokratische Republik Kongo - Conserv Congo 

Geschätzte Elefantenpopulation: 7.800 bis 9.600 Tiere

Conserv Congo ist eine gemeinnützige Naturschutzorganisation mit Sitz in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Gegründet wurde die Organisation wurde im Jahr 2014 von Adams Cassinga, einem ehemaligen Investigativ-Journalisten, der inzwischen als Ermittler für Wildtierverbrechen tätig ist.

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Zusammen mit 64 ehrenamtlichen Aktivisten setzt sich Adams dafür ein, Wildtierhändler vor Gericht zu bringen. Conserv Congo ist sowohl beim Justizministerium als auch beim Ministerium für Umwelt und Naturschutz registriert und auf dem gesamten kongolesischen Gebiet tätig.

Die DRC nimmt im Kampf für den Wildschutz eine zentrale Rolle ein: Auf dem Staatsgebiet, welches etwa 6-mal so groß ist wie Deutschland, befinden sich ca. 90% des verbleibenden Regenwaldes des Kongobeckens. Es beherbergt neben Gabun, Kamerun und der Zentralafrikanischen Republik die größte Population von Waldelefanten. Gegenwärtig wird der Bestand auf ca. 7.800 bis 9.600 Tiere geschätzt. Die Elefanten verteilen sich auf verstreute Habitate vor allem in den Regionen Salonga, Okapi und Virunga. Im Jahr 2020 kehrte eine Herde von ca. 500 Tieren aus Uganda dorthin zurück.

Waldelefanten (Loxodonta cyclotis) gehören zu den am stärksten gefährdeten Tieren überhaupt. Sie leben ausschließlich in den Regenwäldern Zentral- und Westafrikas.

Lange Zeit galten sie als Unterart der Savannenelefanten; erst in jüngster Zeit werden sie als eigene Art angesehen und wurden angesichts des dramatischen Rückgangs ihrer Anzahl von der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ auf die Rote Liste gesetzt.

Waldelefanten

Obwohl Elefanten in der DRC eigentlich den höchsten Schutzstatus genießen, sind sie durch Wilderei, Abholzung sowie Konflikte mit Menschen äußerst bedroht. Nicht nur der Handel mit Elfenbein ist ein Problem, auch gilt Elefantenfleisch weiterhin als teure und begehrte Delikatesse. Allein in Kinshasa werden jährlich um die 60.000 Tonnen Buschfleisch angeboten. Jede Woche werden davon ca. 10-15 Tonnen nach Europa geschmuggelt. Somit wird die DRC zunehmend zum Hotspot des internationalen Wildtierhandels. Adams Cassinga schätzt, dass ca. 80% aller Wildtierkriminalität in Afrika in der DRC stattfindet.

Elfenbein
Elfenbeinschmuck

Zwar wurden im Jahr 2014 sehr strenge Gesetze gegen Wildtierkriminalität erlassen, jedoch findet Strafverfolgung so gut wie gar nicht statt. Aus diesem Grund konzentriert sich Conserv Congo inzwischen vor allem auf die Undercover-Arbeit und das Vorgehen gegen die Wildtier/Buschfleisch-Händler, was sich als ungleich schlagkräftiger erweist, als lediglich die Arbeit der Ranger in den Nationalparks zu unterstützen.

Seit 2016 arbeitet Conserv Congo daher nach diesem System:

  • Zuerst werden Schmuggelaktivitäten verdeckt ermittelt und dokumentiert, wobei die guten Verbindungen zur lokalen Bevölkerung eine entscheidende Rolle spielen.
  • Nun werden den Händlern Fallen gestellt - so gibt man sich z.B. als Käufer aus. Hier sei auch die z.T. grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Polizei, Interpol und anderen NGOs wie dem EAGLE Network erwähnt.
  • Nach der Anzeigenstellung bei der Polizei ist nun das sog. „Legal Follow-Up“ entscheidend: Verfolgung der Anzeige, Beweissammlung, Anklage, Verurteilung sowie das Vorgehen gegen Korruption.
  • Durch Naming und Shaming in der Presse sowie in den Sozialen Medien wird das öffentliche Bewusstsein geschärft.
  • Gleichzeitig wird an der Erstellung einer Datenbasis gearbeitet. Bisher wurden bereits 1000 Fälle dokumentiert.
  • Weiter Aufklärung geschieht u.A. durch Jugendarbeit oder in Form von Workshops zur Strafverfolgung, auch mit Beamten. Das Motto lautet hier „Nature Conservation is everybodies business“ - Naturschutz geht jeden etwas an.
  • Um Alternativen zur Wilderei zu schaffen, ist es maßgeblich, die Nahrungsmittelunsicherheit zu bekämpfen, etwa durch Entwicklung der lokalen Landwirtschaft.

Future for Elephants unterstützt die investigative Arbeit von Adams Cassinga/Conserv Congo mit dem Schwerpunkt Elfenbein und Elefantenfleischhandel.

Schwanzspitze von gewildertem Elefanten Konfisziertes Elfenbein1 Konfisziertes Elfenbein2 Konfiszierter Schmuck aus Elfenbein

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