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Save Elephant Foundation und Elephant Nature Park

In Thailand unterstützen wir die von Lek Chailert gegründete Save Elephant Foundation mit dem Vorbild-Projekt Elephant Nature Park (ENP). Als international renommierte Elefanten-Aktivistin hat Lek nicht nur zahlreiche Elefanten gerettet, sondern auch einen Bewusstseinswandel in Gang gesetzt, der weit über die Grenzen Thailands hinausreicht. Elefantenreiten, Zirkuskunststücke vorführende, malende oder Touristen massierende Elefanten sind mittlerweile bei vielen Reisanbietern und Touristen tabu – denn jeder Elefant, der dafür eingesetzt wird, hat zuvor schlimmste Qualen erlitten (siehe unten den Abschnitt „Der Alptraum Phajaan“ und hier). In der idyllischen Umgebung des ENP genießen die zuvor misshandelten, geretteten Elefanten liebevolle Betreuung und größtmögliche Freiheiten – und fungieren überdies als charismatische Botschafter, die den Besuchern aus aller Welt die prekäre Situation der bedrohten Spezies vor Augen führen.

Lesen Sie eine Reportage unseres Vorstandsmitglieds Iris Koch über die Arbeit von Lek Chailert.

ACT NOW: DAS PATENSCHAFTSPROGRAMM

Werden Sie Elefanten-Pate! Mit 50 Euro im Jahr unterstützen Sie einen Elefanten Ihrer Wahl, der aus schlimmen Verhältnissen gerettet wurde und nun in Lek Chailerts Elefantenparadies Elephant Nature Park sein Leben mit liebevoller Betreuung genießen kann.

Ihre Spende kommt zu 100 % bei den Tieren an und sorgt für Futter, tierärztliche Versorgung und alles, was für ein Elefantenleben notwendig ist. Sie erhalten eine persönliche Urkunde mit Fotos und eine Spendenbescheinigung. Per E-Mail informieren wir Sie regelmäßig über das, was sich im Leben Ihrer Schützlinge tut.

Selbstverständlich können Sie Ihre Paten-Elefanten im Elephant Nature Park besuchen und sich von der idyllischen Szenerie in Bann ziehen lassen.

NOI NA

geboren ca. 1945, weiblich
Ankunft im ENP: 19. Juni 2015
Die alte Dame musste lange in der Holzwirtschaft Baumstämme schleppen, später musste sie als Reitelefant Touristen durch die Gegend tragen. Noi Na ist auf einem Auge blind. Ihre Rettung aus dem Trekking Camp ist in dem Dokumentarfilm Love & Bananas zu sehen. Noi Na genießt ihr neues Leben, bleibt aber am liebsten für sich.

MEDO

geboren ca. 1976, weiblich
Ankunft im ENP: Juni 2006
Bei einem Unfall in der Holzwirtschaft erlitt Medo schwere Verletzungen. Ihr Rückgrat wurde zudem bei einer erzwungenen Paarung stark verschoben. Im ENP traf Medo nach 15 Jahren erstmals wieder andere Elefanten und schloss nach einer langen Eingewöhnungsphase enge Freundschaft mit Mae Mai. Medo genießt ihre Bäder im Fluss, die ihre Rückenprobleme lindern.

CHANA

geboren ca. 2011, weiblich
Ankunft im ENP: Anfang 2019
Das Elefantenmädchen musste als Bettel-Elefant und „Clown“ für Touristen arbeiten. Bei einem Unfall erlitt Chana schwere Knochenbrüche und wurde von ihrem Besitzer auf unbestimmte Zeit zur Genesung in den ENP gebracht. Dort fand sie in der bis dahin einzelgängerischen Kabu eine Liebe auf den ersten Blick: Die beiden sind längst unzertrennlich. Ein Waisenkind und eine Mutter, die ihre Kinder verlor, haben sich gefunden.

KABU

geboren ca. 1990, weiblich
Ankunft im ENP: 22. September 2015
Als Baby musste Kabu ihre Mutter beim Bäume schleppen begleiten. Bei einem Unfall brach sie ihr Fußgelenk; mangels tierärztlicher Versorgung blieb eine Behinderung zurück. Trotzdem musste Kabu in der Holzwirtschaft arbeiten. Zudem wurde sie für die Zwangszucht missbraucht, verlor aber beide Babys. Im ENP blieb sie lange für sich. Seit Chanas Ankunft ist sie als Nanny auf herzerwärmende Weise aufgeblüht.

JOKIA

geboren ca. 1960, weiblich
Ankunft im ENP: August 1999
Jokia arbeitete in der Holzwirtschaft. Während sie einen Baumstamm bergauf schleppte erlitt sie eine Fehlgeburt; man erlaubte ihr jedoch nicht, nach dem Baby zu sehen. Sie verweigerte danach jegliche Arbeit und wurde von ihren Mahouts geblendet. Da sie weiterhin „streikte“, kam sie in den ENP und blühte mit ihrer dort gefundenen Freundin Mae Perm enorm auf. Nach dem Tod ihrer geliebten Mae Perm war Jokia untröstlich. Nun hat sie in Sri Prae eine neue Freundin gefunden.

THONG AE

Geburtsjahr unbekannt, weiblich
Ankunft im ENP: August 2017
Thong Ae wurde von ihrer Mutter getrennt als sie ein Jahr alt war, um als Bettel-Elefant zu arbeiten. Ihr Besitzer brachte sie in den ENP, weil sie sehr unter dem Tod einer ihrer Nannys litt. Durch ihre liebenswürdige Art wurde Thong Ae nach ihrer Ankunft im ENP schnell zum Liebling vieler Nannys. Da sie sich inzwischen gut erholt hat, meldete sich ihr Besitzer, um sie zur Arbeit zurückzuholen. Dies könnte mit einem Kauf verhindert werden.

SRI NUAN

geboren ca. 1962, weiblich
Ankunft im ENP: Januar 2006
Sri Nuan musst in der Holzindustrie schwere Arbeit leisten und hatte nicht genug Zeit für die Futteraufnahme. Als sie während der Arbeit nach Fressbarem suchte, schoss man mit einer Schleuder auf sie. Dadurch verlor sie ihr linkes Auge. Sri Nuan konnte nur acht Monate mit ihrem Baby verbringen, bevor es ihr weggenommen wurde. Nach der Ankunft im ENP schloss sie sich sofort einer Herde an und genießt ihre Rolle als Tante für Chang Yim und Faa Mai.

THONG SUK (JUNGLE BOY)

geboren ca. 2000, männlich
Ankunft im ENP: Mai 2003
Thong Suks Mutter musste als Reitelefant arbeiten, doch man erlaubte ihr, ihr Baby im ENP zur Welt zu bringen. Nach vier Monaten musste sie mit dem kleinen Elefantenjungen zurück zur Arbeit. Im Alter von eineinhalb Jahren konnte Thong Suk in den ENP gebracht werden, wo sich viele Nannys um ihn kümmerten. Nachdem er starkes Interesse an den Elefantendamen entwickelte, brachte man ihn in einem großen Gehege unter, das er sich mit einem anderen jungen Bullen teilt.

HINTERGRUND

In Thailand leben nur noch geschätzte 1500 Elefanten in der Wildnis. Rund 2500 ihrer Artgenossen befinden sich dort in Gefangenschaft und werden in der Tourismusindustrie, bei der Zwangszucht („forced breeding“) und der (mittlerweile illegalen) Holzfällerei („logging“) ausgebeutet. Um das Leid der gefangenen Tiere zu beenden und die wild lebenden Elefanten zu retten, gilt es, über die Situation der empfindsamen Dickhäuter aufzuklären und den Missbrauch zu beenden. Solange es lukrativ ist, Elefanten für menschlichen Profit abzurichten, sind auch die wildlebenden Tiere akut bedroht. Von existenzieller Bedeutung ist überdies der Schutz der verbliebenen Lebensräume der Elefanten.

Der Alptraum Phajaan („The Crush“)

Jeder Elefant, der zum Reiten, Malen, Kunststücke vorführen oder sonstigen Aktivitäten eingesetzt wird, hat bereits als Baby unvorstellbare Torturen erlitten. „Phajaan“ (engl. „The Crush“) nennt sich die seit Jahrhunderten in Asien übliche Prozedur, bei der Baby-Elefanten in eine enge „Crush-Box“ gefesselt und tage- oder wochenlang gefoltert werden. Schläge mit spitzen Metallhaken auf den Kopf und andere empfindliche Körperteile, das Durchbohren von sensiblen Stellen wie Füßen und Ohren mit Nägeln, der Einsatz von Feuer, Lärm sowie der Entzug von Futter und Wasser sollen den Willen des Elefantenbabys vernichten („crushing the spirit of the elephant“). Etliche Elefantenbabys sterben an den Misshandlungen. Die Überlebenden werden den Phajaan nie vergessen. Später kann das Schmerz- und Unterwerfungserlebnis durch bloße Berührung mit dem Elefantenhaken oder angedeutete Bewegungen getriggert werden.

Der Wandel

Die lange totgeschwiegene Praxis des Phajaan ist aufgrund des Engagements von Lek Chailert in den vergangenen Jahren ein Thema geworden. Nachdem die dunkle Seite des Elefantentourismus ans Licht gezerrt worden ist, haben zahlreiche Elefantencamps in der Gegend von Chiang Mai im Norden Thailands ihr Angebot inzwischen umgestellt. Sie werben mit Slogans wie „no hook, no chain, no riding“ und setzen auf elefantenfreundliche Aktivitäten, bei denen die Gäste mit Elefanten spazieren gehen, ihnen beim Baden im Fluss zuschauen oder sie füttern. In den Touristen-Gegenden im Süden Thailands steht diese Entwicklung noch am Anfang. Doch dies ist ein wichtiger, erster Schritt zu einer besseren Zukunft für die Elefanten!

Das Saddle-Off-Konzept

Die Gründerin der Save Elephant Foundation Lek Chailert verhandelt mit den existierenden Elefantencamps und bietet ihnen Konzepte, Anreize und Kooperationen an, um sie zur Umstellung auf ein elefantenfreundliches Programm zu motivieren. Viele haben dies mittlerweile getan! Bei den Touristen kommt es unseren Recherchen zufolge sehr gut an, zufriedene Elefanten bei alledem zu erleben, was Elefanten gerne tun. Lek ist auch außerhalb Thailands aktiv, um den Wandel voran zu treiben, so etwa in Laos und in Kambodscha.

Refugium für Elefanten und andere Tiere

Der Elephant Nature Park ist für viele, die ihn besucht haben, ein geradezu magischer Ort. Rund 80 zuvor misshandelte, gerettete Elefanten haben hier ein Refugium gefunden, in dem sie Lebensmut und Lebensfreude wieder entdecken. Fast alle haben nach ihrer Ankunft mit schweren körperlichen und seelischen Traumata zu kämpfen. Neben der liebevollen Betreuung und Behandlung durch erfahrene Mahouts und Tierärzte setzt man auf die „heilenden Kräfte der Herde“: Die meisten der Neuankömmlinge werden in eine bestehende Kleingruppe oder eine Herde aufgenommen und schließen anrührende Freundschaften. Neben den Dickhäutern haben auch gerettete Hunde, Katzen, Wasserbüffel, Kühe und einige Pferde im ENP eine Heimat gefunden.

Kooperation mit der lokalen Bevölkerung

Der ENP bietet für die BewohnerInnen der umliegenden Dörfer zahlreiche Möglichkeiten zur Existenzsicherung. Viele arbeiten dort, als Mahouts, beim Bau und der Instandhaltung von Gebäuden, Zäunen etc., in der Küche usw.

Lek hat die Bauern ermuntert, auf Bio-Anbau umzusteigen und kauft ihnen dafür ihre Produkte ab – Gemüse, Obst oder Zuckerrohr, sowohl für die Elefanten als auch für die MitarbeiterInnen, Gäste und Volunteers. Das Essen ist absolute Spitzenklasse und komplett vegan. Außerdem wurde ein nachhaltiges Urwald-Kaffee-Projekt initiiert. Die Kaffeesträucher werden unter den Bäumen gepflanzt, sodass der Urwald nicht gerodet werden muss.

Etliche Frauen aus den Dörfern bieten für die Besucher des ENP dort traditionelle Thai-Massagen an und können den Verdienst zu 100 % behalten. Ebenso die Frauen, die die Wäsche der Volunteers waschen. Im Rahmen eines Tanzprojektes üben die Frauen traditionelle Tänze ein und machen Vorführungen für Gäste und Volunteers im ENP. Die Mahouts schnitzen Holzelefanten, die im ENP-Laden verkauft werden und bekommen ebenfalls den vollen Preis dafür in ihre Tasche.


ENP: Strategie und Zukunftspläne

Die Besucher des ENP erleben nicht nur glückliche Elefanten in idyllischer Umgebung, sie werden auch über die Misere der Elefanten in Thailand und Asien informiert. Anhand der oft tragischen „Vorgeschichten“ der geretteten Elefanten, die aus der Tourismusindustrie, dem logging oder forced breeding stammen, lässt sich die verzweifelte Lage der Grauen Riesen eindrücklich nachvollziehen. So werden viele der Besucher zu Multiplikatoren, die zum Bewusstseinswandel in ihrem eigenen Umfeld beitragen.

In naher Zukunft soll ein Teil der Elefanten des ENP in große, eingezäunte Gebiete umgesiedelt werden und dort „halbwild“ leben können. Dies gilt für zwei „intakte“, größere Gruppen mit Babys, deren Mitglieder keine spezielle medizinische Betreuung benötigen, und für die drei erwachsenen Bullen, die im ENP bisher in separaten Gehegen leben. Ein Teil des Landes hierfür wurde bereits erworben, weiteres geeignetes Land ist „angepeilt“, aber noch nicht finanziert.

Wenn Sie die Projekte von Lek Chailert unterstützen möchten, richten Sie eine zweckgebundene Spende mit dem Stichwort Lek Chailert an Future for Elephants e.V.: Spenden

ELEFANTEN IN DER TOURISMUSINDUSTRIE

Die folgenden Bilder zeigen, wie Elefanten immer noch für touristische Zwecke in Thailand missbraucht werden. Der Elefantenhaken ist immer dabei. Jeder Elefant, auf dem ein Tourist reitet oder mit dem ein Tourist fürs Foto posiert, wurde in jungen Jahren seiner Mutter entrissen und in einer Crash Box so lange gefoltert bis er seinen Willen verloren hat. Die Elefanten, die diese Prozedur des Phajaan überlebt haben, erkennen ihre Mütter nicht mehr wieder.


WEITERFÜHRENDE LINKS

Medienberichte über Lek Chailert und ihre Arbeit

Reportage von Iris Koch in der Cannstatter/Untertürkheimer Zeitung vom 11./12. Mai 2019:
„Sehen aus wie Zombies“ - (PDF)

"Elefantenretterin Lek Chailert" in ThaiZeit.de:
www.thaizeit.de/thailand-themen/news/artikel/ruehrstueck-the-surin-project-elefanten-retterin-lek-chailert.html

Über das Projekt eines nachhaltig bewirtschafteten Elefantentourismus in der Provinz Surin:
surinproject.org/index.php/about-surin-project/

"Ihr Leben sind die Elefanten" im Schweizer online-Magazin 20 Minuten:
www.20min.ch/leben/reisen/story/Ihr-Leben-sind-die-Elefanten-17884177


Die Homepage der Stiftung Save Elephant Foundation

Lek Chailerts Stiftung und ihre Projekte:
www.saveelephant.org

Ein Projekt in Myanmar:
www.saveelephant.org/myanmar/


Der preisgekrönte Film "Love & Bananas"

Zur Deutschlandpremiere auf unserer Website:
Filmvorführungen – Love & Bananas

Die Homepage von "Love & Bananas":
loveandbananas.com


Schreiben des Deutschen Reiseverbands

Informationspapier des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit:
Elefanten als touristische Attraktion


Reisetipps

Wer gute Elefanten-Schutzgebiete (Sanctuaries) besuchen möchte, sollte nur aus dieser Liste auswählen: „30+ Elephant Sanctuaries“
www.asianelephantprojects.com/