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Vorentscheidung über die Zukunft der Elefanten

Die diesjährige Artenschutzkonferenz wirft ihre Schatten voraus. Bereits im Januar traf sich in Brüssel eine Delegation der EU-Kommission mit Vertretern sowohl von Tierschutzverbänden als auch von weltweit agierenden Interessengruppen, die tropische Hölzer und Wildtiere auf verschiedene Weise kommerziell nutzen wollen.

Die Artenschutzkonferenz findet alle drei Jahre statt, um den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen zu regulieren. Auf der Konferenz gefasste Beschlüsse müssen von den Vertragsstaaten in nationale Gesetze umgesetzt werden. Im Englischen wird das Washingtoner Artenschutzübereinkommen mit dem Akronym CITES bezeichnet, Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora.

Future for Elephants wurde eingeladen, am 29. Januar in Brüssel an den Konsultationen der EU-Kommission teilzunehmen. Alle namhaften Natur- und Artenschutzorganisationen ebenso wie die gut organisierten Lobbyisten der Jagdverbände waren bei den Beratungsgesprächen anwesend.

Vier Anträge und drei sog. Arbeitsdokumente verschiedener Länder betreffen den Elfenbeinhandel, den Umgang mit Elfenbeinlagerstätten, den Handel mit Lebend-Elefanten, und den Handel mit Mammutstoßzähnen. Hierüber werden die Vertragsstaaten von CITES nach dem Mehrheitsprinzip abstimmen und über das Schicksal der Elefanten entscheiden. Die EU spricht mit einer Stimme, die mit der Anzahl ihrer Mitgliedsstaaten gewichtet wird. Aus diesem Grund führen die Konsultationsgespräche zu einer Art Vorentscheidung über die Zukunft gefährdeter Tierarten, insbesondere der Elefanten.

Namibia, Simbabwe und Südafrika wollen den Elfenbeinhandel liberalisieren, während die Mehrheit der Länder im Verbreitungsgebiet der Elefanten, organisiert in der African Elephant Coalition (AEC), sich für ein absolutes Elfenbeinhandelsverbot ausspricht.

Future for Elephants vertritt klar die Position der 32 AEC-Staaten und unterstützt deren Anträge. Unsere Argumente für die Zustimmung bzw. Ablehnung der einzelnen Anträge auf der 18. conference of parties (CoP18) können in unserem Positionspapier nachgelesen werden.

Zu welcher Seite sich die EU-Kommission am Ende durchringt, wird sich zeigen. Folgt sie der Argumentation der Artenschutzverbände oder vertritt sie die Positionen der Lobbyisten des Elfenbeinhandels und der Trophäenjagd, die sich hinter die Anträge der Länder des südlichen Afrika stellen? Nicht auszuschließen ist ein Geschacher und ein Ringen um Deals in letzter Minute während der zwölftägigen Konferenz im August.

Wegen der Terroranschläge ist die Artenschutzkonferenz CITES CoP18 von Sri Lanka nach Genf verlegt worden. Sie findet dort vom 17. bis 28. August 2019 im Palexpo-Gelände statt.